Hörspiel-Rezi: Ein kalter Strom

Hinweis: Spoilerfreie Rezension.
Ein kalter Strom von Val McDermid. Hörspielbearbeitung von Katrin Reiling, Regie: Sven Stricker
Das Hörspiel umfasst 2 CDs und hat eine Laufzeit von etwa 115 Minuten.

Sprecher.

Erzählerin……………………..Leslie Malton
Erzähler………………………..Heikko Deutschmann
Tony Hill……………………….Boris Aljinovic
Carol Jordan………………….Florentine Lahme
Marijke van Hasselt…………Sandra Borgmann
Petra Becker…………………..Anne Moll
Tadeusz Radecki…………….Stephan Schwartz
Darko Krasic………………….Achim Buch
Frances………………………….Kerstin Draeger
Morrigan……………………….Stephan Schad
Wilhelm Mann……………….Andreas Döhler
Kees Martens…………………Wolf Frass
An-/Absage……………………Lennardt Krüger

Inhalt.

In ihrem neuesten Fall führt der Weg unsere Helden, 2 Jahre nach dem Geschehen in „Schlussblende“ diesmal auf den Kontinent. Während Tony eine brutale Mordserie an Psychologen nicht nur aus eigenem Interesse untersucht, wittert Carol in Deutschland ihre Chance, eine weitere Stufe auf der Karriereleiter zu erklimmen. Der neue Job erfordert allerdings völlig neue Methoden: Ihre enorme Ähnlichkeit zur verstorbenen Freundin des bekannten polnischen Schmugglers Radecki soll ihr helfen, eine neue Identität als Menschenhändlerin aufzubauen und Tadeusz Radecki zu enttarnen. Doch nicht nur Tadeusz‘ starke Gefühle für sie verwirren Carol – denn sie läuft mehr und mehr Gefahr, sich selbst in ihrer Rolle zu verlieren …

Nach dem 2. Teil des Reihen-Serien-Gemischs hätte ich nicht gedacht, dass es noch bitterer ginge. McDermid, Stricker und Reiling belehren mich eines besseren: Der Showdown ist derart schwer zu schlucken, dass man mehr als gespannt auf die hoffentlich folgende Fortsetzung ist. Gefreut hat mich, dass die Angelegenheit „Tony-Carol“ weiterentwickelt wird. Mal sehen, wie das weitergeht . Erfrischend ist auch der Ortswechsel, so findet der Einsatz dieses Mal in den Niederlanden und in diversen deutschen Gebieten statt. Und wieder tauchen Homosexuelle auf, wenn sie auch in dieser Geschichte weit kleinere Rollen spielen als noch im „Lied der Sirenen“. Es drängt sich der Eindruck auf, dass McDermid da eventuell einen persönlichen Tick mit hat.
In dieser Geschichte ist es nicht so sehr der Thriller-Anteil, der überwiegt, vielmehr könnte man von einem „Carol“-Fall sprechen, denn ihr gebührt der Löwenanteil. Nachdem im ersten Teil Tony näher beleuchtet wurde, wird hier nun Carols Psyche und Charakter aufgezeigt. Kein schlechtes Mittel – könnte sehr gute Grundlagen für die nächsten Folgen bieten.
Reine Thriller-Fans brauchen sich trotzdem keine Sorgen machen, denn Leichen, Gewalt und Verstümmelungen gibt es immer noch genug.

Schnitte, Effekte und Musik.

Dieses Mal wird mit einem neuen Schnitt experimentiert. Szenen greifen wie Zahnräder ineinander, man ist noch in der einen Szene bei Tony, während bereits die nächste mit Telefonklingeln bei Carol beginnt. Dafür ein großes Lob an das Team, denn genau solche Dinge sind es, die einem Hörspiel Charakter und Unverwechselbarkeit verleihen.
Ansonsten sind Effekte, Geräusche und Musik wie gehabt – das Niveau der anderen Teile wird gehalten. Hin und wieder hätte ich mir ein wenig mehr musikalischen Einsatz gewünscht, um die Sprecher noch zu unterstützen.

Sprecher und ihre Rollen.

Dass die Sprecherauswahl nicht dem Zufall überlassen wird, hat sich schon bei den letzten beiden Folgen gezeigt. Kerstin Draeger, Achim Buch oder Wolf Frass sind keine unbekannten Namen und machen ihren Job gut! Stephan Schwartz als Tadeusz Radecki durfte hier die wohl die größte Bandbreite an Emotionen ausschöpfen und ist definitiv eine sehr gute Besetzung für die Rolle des unwiderstehlichen Bösewichts. Als Standardbesetzung von Andy Garcia und früher auch Tom Cruise bringt er viel Erfahrung mit solcherlei Rollen mit. Das Hörspiel lebt sehr von seinen Sprechern, deswegen ist die genaue Auswahl wichtig und gut getroffen.

Positiv finde ich, dass auf jeden Akzent (ob nun Holländisch oder Polnisch) verzichtet wurde. Das hätte im englischen Original gewirkt, aber nicht in einer Übersetzung, wo auch die Engländer Deutsch sprechen.

Fazit.

Blut, Intrigen,Verbrecher – auch dieses Hörspiel hat wieder alles, was das Thriller-Fan-Herz begehrt. Trotz Carols tragender Doppelrolle verliert die Geschichte, wenn sie die Fahrt erstmal richtig aufgenommen hat, kaum an Tempo und weiß den Hörer stets gespannt zu halten. Der Schluss fordert eine Fortsetzung aber geradezu heraus, auch wenn es kein echter Cliffhanger ist. Wollen wir hoffen, dass Stricker und Reiling (sofern es Vorlagen gibt) uns nicht zu lange warten lassen!

ISBN-10 3867174849, ISBN-13 9783867174848

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